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Investieren Sie in Indexfonds mit ETFs


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Sie wollen in ETFs investieren, haben aber keine Ahnung, wo Sie anfangen sollen? Diese Tipps helfen Ihnen bei Ihren ersten Schritten an der Börse

Theoretisch sind ETFs gar nicht so unterschiedlich von klassischen Aktienfonds, die euch der Berater bei eurer Hausbank vielleicht schon mal andrehen wollte. Sowohl klassische Fonds als auch ETFs investieren in ein Paket von Aktien. Rein technisch gesehen ist der Unterschied eigentlich nur, dass der ETF an der Börse und damit wie eine Aktie gehandelt wird. Deshalb heißt es ja auch Exchange Traded Fund (also börsengehandelter Fonds). Normale Fonds sind hingegen spezielle Konstrukte, in die man oft nur über bestimmte Banken und mit Mindestanlagesummen investieren kann.

Allerdings ist das nur der theoretische Unterschied. In der Praxis ist die Differenzierung noch viel größer. Die meisten ETFs sind nämlich passive ETFs, und genau um die soll es im Folgenden gehen.

Bei einem aktiven Fonds gibt es Fondsmanager (Banker mit sehr gutem Gehalt), die den ganzen Tag nichts anderes machen, als die perfekte Aktie für ihren Fonds zu suchen. Es gibt manche Fondsmanager, die damit sehr reich geworden sind. Allerdings gibt es wenige Anleger, die damit sehr reich geworden sind. Denn obwohl diese Manager oft sehr smart sind, schneiden über lange Zeiträume bis zu 95 Prozent der aktiven Fondsmanager schlechter ab als der Markt.

Mit dem Markt sind im Grunde einfach die Aktienindizes gemeint, über die wir vorhin schon gesprochen haben. Im S&P 500 Index sind zum Beispiel die 500 größten Unternehmen der USA enthalten. Die Logik hinter dem Index ist also verdammt simpel: Man schaut, was die wertvollsten Firmen in Amerika sind, und packt die in ein Aktienpaket. Je mehr die Firma wert ist, desto höher ist ihr Anteil am Paket. So machte Apple Ende 2022 zum Beispiel rund 5 Prozent des gesamten Index aus, weil es mit mehr als 2.000 Milliarden US-Dollar Börsenwert die wertvollste Firma der Welt war.

Jedenfalls performt dieses simple Aktienpaket in den meisten Fällen besser als Fondsmanager, die ihr Paket an Aktien anhand ausführlicher Analysen und harter Arbeit erstellen.

Die Aktienexperten Noah Leidinger und Florian Adomeit sprechen in ihrem Podcast „Ohne Aktien wird schwer“ über die richtige Geldanlage an der Börse. Dazu gibt es nun das Buch mit dem gleichnamigen Titel. Der vorliegende Text ist ein Auszug

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Der Hauptgrund dafür: Der Markt an sich ist ziemlich effizient. Heißt: Es gibt Millionen von Investoren, die sich täglich Gedanken machen, was der faire Preis für eine bestimmte Aktie ist. Auf dieser Basis kaufen sie dann Aktien, die sie für günstig halten, und verkaufen jene, die sie für zu teuer halten. Dadurch beeinflussen sie Angebot und Nachfrage der Aktien und damit ihre Preise. Der aktuelle Kurs an der Börse spiegelt daher meistens recht gut wider, was Investoren denken. Vor allem bei großen und bekannten Aktien wie Apple, Microsoft oder Coca-Cola, die besonders viele In- vestoren auf dem Schirm haben.

Klar, manchmal kann die Masse der Investoren falschliegen. Und es gibt einzelne Fondsmanager, die über lange Zeit sehr oft richtigliegen. Für den Großteil der Manager gilt das aber nicht, und ihre Investoren hätten mehr Rendite gemacht, wenn sie ganz stumpf den S&P 500 gekauft hätten.

Damit zurück zu den ETFs: Viele von ihnen sind wie gesagt passiv. Alles, was sie machen, ist, Aktienpakete wie den S&P 500, den DAX oder den MSCI World zu kaufen. Das hat zum einen den Vorteil, dass man damit im Schnitt recht gute Renditen macht. Zum anderen sparen sich die ETF-Anbieter dadurch die Kosten für überbezahlte Fondsmanager. Diesen Kostenvorteil spürt man auch als Anleger. Während ein klassischer Fonds jährliche Gebühren von 1 Prozent oder 2 Prozent hat, kriegt man gute ETFs schon für Kosten von 0,2 Prozent pro Jahr. Klingt jetzt vielleicht nach keinem drastischen Unterschied, vor allem langfristig hat das aber durchaus einen Effekt auf die eigene Rendite. Und obwohl es nur um kleine Beträge geht, sind aktive Fonds relativ gesehen oft zehnmal teurer als passive ETFs.

Neben den Kosten und der guten Rendite haben ETFs noch den großen Vorteil der Einfachheit. Man muss sich nicht jahrelang mit der Börse beschäftigen, sondern kriegt mit einem breit aufgestellten ETF ein gut diversifiziertes Aktienportfolio. Und zudem auch eins, das – bislang jedenfalls – sehr gut performt.

Für viele Investoren sind ETFs also eine sehr sinnvolle Anlageform. Und obwohl unser Fokus später eher auf Einzelaktien liegt, wollen wir doch noch kurz erklären, wie man am besten in ETFs investiert und was man bei der Auswahl beachten muss.

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How to ETF

Weil ETFs so sinnvoll sind, wurden sie in den letzten Jahren immer populärer. Heißt aber auch, dass immer mehr Anbieter versuchen, damit Geld zu machen. Teilweise auch mit Produkten, die für Anleger eher unvorteilhaft sind. Es lohnt sich daher, zu vergleichen. Grundsätzlich gibt es mehrere Faktoren, durch die sich ETFs voneinander unterscheiden und die ausschlaggebend dafür sind, ob sie sich für den jeweiligen Investor eignen.

Eines der wichtigsten Merkmale passiver ETFs ist der Index, den sie abbilden. Mit dem steht und fällt nämlich, in welche Aktien tatsächlich investiert wird. Zu den bekanntesten Indizes gehören der MSCI World, der S&P 500 und der DAX. Sie bilden die Wertentwicklung der größten Firmen der Industrieländer, der USA oder Deutschlands ab. Zudem gibt es viele Indizes, die nur Aktien bestimmter Branchen oder Themen umfassen. Ob Tech, Pharma, Energie, Cannabis oder künstliche Intelligenz – der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt. Die Kombinationsmöglichkeiten sind sogar so vielfältig, dass es bereits 2018 etwa siebzigmal mehr Aktienindizes als Aktien gab.

Welcher dieser Indizes der beste ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Das hängt stark von der Strategie des Investors ab, wobei der Teufel häufig im Detail steckt. Wer zum Beispiel denkt, dass er bei einem MSCI World ETF sicher vom Weltwirtschaftswachs- tum profitiert, könnte böse überrascht werden. Trotz seines Namens enthält der MSCI World nämlich keine chinesischen, indischen oder indonesischen Aktien. Sollte zukünftig vor allem Asien boomen, kriegt man davon als Investor in diesem ETF im Zweifel nichts mit. Um das zu vermeiden und wirklich global zu diversifizieren, kann man zum Beispiel in einen ETF für den FTSE All-World Index investieren. Oder man kombiniert den MSCI World mit einem ETF, der vor allem in Asien und Afrika anlegt.

Die Indizes werden übrigens von sogenannten Indexanbietern wie MSCI oder Standard & Poor’s nach einer klar definierten Methodik erstellt. Das Ergebnis ist meistens eine gewichtete Liste an Aktien, die regelmäßig aktualisiert wird. Gewichtet heißt dabei, dass Firmen mit höherem Börsenwert meistens auch einen höheren Anteil am Index ausmachen. Anhand dieser Liste investieren ETF-Anbieter wie iShares, Vanguard oder State Street dann das Geld ihrer Kunden. Börsianer sprechen in dem Fall auch davon, dass der ETF den Index repliziert.

Insofern ähneln Indexanbieter einem Küchenchef, der das Rezept für ein Gericht erschafft. ETF-Anbieter sind hingegen mit Köchen vergleichbar, die anhand des Rezepts die nötigen Zutaten einkaufen, alles zubereiten und es dann dem Gast – aka Investor – servieren.

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Die bekanntesten Indizes werden von mehreren ETF-Anbietern repliziert. So gibt es einen MSCI World ETF von iShares, einen von State Street, einen von Vanguard und viele mehr. Dabei können die Gebühren, die jeder Anbieter erhebt, teilweise stark variieren. Um den günstigsten ETF zu finden, vergleichen Investoren die sogenannte Gesamtkostenquote, die im Englischen auch als Total Expense Ratio (kurz TER) bezeichnet wird. Das sind, einfacher gesagt, die jährlichen Gebühren, die man bei dem ETF zahlt. Bei ETFs liegt die Gesamtkostenquote meist zwischen 0,05 und 1,4 Prozent. Je niedriger der Wert, desto günstiger ist der Fonds.

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist das Fondsvolumen. Das gibt an, wie viel Geld alle Anleger insgesamt in einen ETF investiert haben. Hier gilt grundsätzlich: Je mehr, desto besser. An dem Fondsvolumen lässt sich nämlich ablesen, wie etabliert er ist. Ein niedriges Fondsvolumen könnte darauf hindeuten, dass nicht genug Nachfrage nach diesem ETF besteht. Ist das Fondsvolumen zu klein, könnte der ETF-Anbieter ihn also wieder vom Markt nehmen. Außerdem sind große Fonds oft liquider. Wenn man zum Beispiel verkaufen will, geht das also recht schnell, und man kriegt einen guten Preis, weil der Fonds viel gehandelt wird. Bei sehr kleinen ETFs kann das schwieriger sein.

Grundsätzlich gilt als Daumenregel, dass ein ETF mit mehreren Hundert Millionen Euro an Fondsvolumen schon recht solide ist. Gerade wenn ihr also einen ETF seht, in dem nur 20 oder 30 Millionen Euro stecken, solltet ihr eher vorsichtig sein. Das ist zwar kein direkter Deal-Breaker, aber man geht damit ein bisschen mehr Risiko ein als bei großen, etablierten Fonds.

Zudem unterscheiden sich ETFs dahingehend, wie sie mit den Gewinnen umgehen, die Firmen an ihre Aktionäre ausschütten. ETFs sind im Grunde nichts anderes als ein Korb von Aktien verschiedener Unternehmen. Im besten Fall erzielen diese Unternehmen Gewinne und schütten einen Teil davon an ihre Investoren aus. Das nennt man dann Dividende. Der ETF kann diese Dividenden entweder an seine Investoren weiterreichen oder in das bestehende Portfolio reinvestieren.

Schüttet ein ETF die erhaltene Dividende aus, wird er meist bereits im Namen mit dem Zusatz „DIST“ gekennzeichnet. Das steht für „distributing“ (ausschüttend). Findet ihr hingegen den Zusatz „ACC“ im Namen, bedeutet das „accumulating“ und heißt, dass der ETF die erhaltene Dividende reinvestiert. In der Börsenlingo wird in dem Fall auch von „thesaurierenden ETFs“ gesprochen.

Bei der Wahl zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs gibt es kein Richtig oder Falsch. Das ist vielmehr eine Frage der persönlichen Bedürfnisse des Investors. Wer auf regelmäßige Auszahlungen steht, um sich zum Beispiel ein zusätzliches Ein- kommen aufzubauen, greift zu ausschüttenden ETFs. Thesaurierende ETFs können hingegen steuerlich günstiger sein und profitieren stärker vom Zinseszinseffekt, weil anfallende Gewinne direkt investiert werden. Dafür verzichtet man allerdings auch auf regelmäßiges Cash.

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Author: Christopher Martinez PhD

Last Updated: 1703995922

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